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Interview mit Riot Spears zum Album “Bad”

Wer war denn außer euch Dreien noch an “BAD” beteiligt oder habt ihr bspw. auch das Artwork selbst gestaltet?

Svenja: Das Artwork hat das Matafer Kollektiv gemacht. Das sind sehr kreative Personen, die wirklich sehr talentiert sind und sogar mit Zitronen jonglieren können. An “Bad” war ansonsten noch Nils Kottmann beteiligt, er hat es aufgenommen und gemischt. Wir kennen ihn, weil er in der sehr guten Band COLORED MOTH Schlagzeug spielt und wir uns durch unsere gemeinsame Deutschlandtour angefreundet haben.

Martha: Daniel von RATS RUN RIOT auf jeden Fall noch. Er hat damals die Demos mit mir aufgenommen, worauf sich dann Blanca und Svenja auf mein Bandgesuch gemeldet haben. Auch unterstützt er uns mit Equipment und er hat “Tea Diver” aufgenommen und uns bei der Vorbereitung zu den Aufnahmen bei Nils geholfen.

Wie wichtig ist die Bandzusammenstellung für euren Sound? Oder könntet ihr jetzt ohne Probleme noch eine vierte oder fünfte Person mit reinnehmen?

(einstimmige Antwort): …nö.

Wie war das eigentlich bei euch, habt ihr “BAD” einigen Labels vorgestellt oder von Anfang an auf Eigenveröffentlichung spekuliert?

Martha: Der Prozess vom fertig gemasterten Album bis zur Entscheidung bei den Ladies & Ladys zu veröffentlichen war schon durch einige Kanten und Konflikte geprägt. Ich hinkte da bei sehr hinterher und hatte weniger klare Vorstellungen was die Veröffentlichung betraf als die anderen beiden. Als wir die Band gestartet haben, dachte ich noch, dass wir irgendwann Aufnahmen auf Bandcamp hochladen und paar CDs drucken werden und ein Jahr später haben wir beschlossen, ein Label für die Finanzierung und Promo von Platten zu suchen.

Als wir dann aber eine Zusage von einem Label hatten und es um einen Bandübernahmevertrag ging bekam ich ein sehr mulmiges Unbehagen und dann haben wir als Band nochmal konkreter besprochen, was wir unter einem Label verstehen. Manchmal ist Band irgendwie wie Beziehung und es kann emotional werden. Aber zum Schluss waren wir sehr glücklich, als die Ladys uns geantwortet haben und als dann darüber hinaus die Förderung von der Initiative bewilligt wurde. Da färbten sich die Zitronen ein Limonadengewand oder wie das heißt.

Was ist denn aus eurer Sicht bei einem Label wichtig?

Martha: Für uns als Band ist es wichtig, dass das Label unsere Musik mag, aware ist und mit uns als Personen sympathisiert.

Könntet ihr mal kurz zusammenfassen, was für euch kurz und knapp hinter diesem so oft fehlinterpretierten Begriff “Feminismus”steckt?

Svenja: Gleiche Rechte für alle Female, Inter, Nonbinary, Trans, Agender (Finta) Personen, das bedeutet die Abschaffung der strukturellen und persönlichen Diskriminierung dieser Personen durch diese patriarchal geprägte Gesellschaft. Verbunden mit dem Kampf gegen Neoliberalismus und Kapitalismus, also gegen Ausbeutung, für offene Grenzen, für die Abschaffung von unnötigen Autoritäten, antirassistisch, für eine gerechte Gesellschaft für alle.

Martha: Ich schließe mich vollkommen Svenja an. Aus Spaß habe ich es mal versucht noch weiter runterzubrechen für ‘ne Person, die noch nie was begriffen hat: Das Sichtbarmachen und Überwinden von teilweise tief verinnerlichten Annahmen in unserer Gesellschaft, die uns sagt, was normal ist und was nicht und was zu Vergewaltigungen und Morden führt. Der Kampf gegen diese patriarchale Gesellschaft, die alles aus dem männlichen Blick bewertet, darstellt, gestaltet und erfindet, sodass mehr Frauen als Männer bei Autounfällen sterben, weil die Gurte für einen großen weißen Mann, bemessen wurden.

Es ist eine Hinterfragung von Machtstrukturen und Privilegien. Die Erkenntnis, dass Kapitalismus auf Unterdrückung und Ausbeutung aufbaut und Kolonialismus ein Menschheitsverbrechen war, worunter noch Millionen von Menschen leiden und sterben, weil er postkolonial noch immer in unseren Köpfen steckt. Es geht um die Befreiung von Sexualität und ihrer Selbstbestimmung. Und der Erkenntnis, dass Sex nicht gleichzusetzen ist mit zwei sich ergänzenden Geschlechtsteilen.

Gibt es eine Band, die ihr jeweils empfehlen könntet? Gerne auch mit zwei, drei Sätzen zu den Gründen.

Svenja: Heiße Eisen sind in jedem Fall PASSIONLESS POINTLESS, BANANA OF DEATH, CAVA, CHLOR, APETERA, keine Ahnung warum die noch nicht die großen Bühnen spielen, APETERA sind der Oberhammer.

Martha: BANANA OF DEATH ist wirklich eine große musikalische Überraschung, zwischen Blues und Glam, Punk und Doom und irgendwas experimentellen. Mit einzigartigen Gesang und einfallsreichen, groovigen instrumentalen Tortenstücken. Die drei nehmen gerade ein Album auf und ich bin schon gespannt! RATS RUN RIOT lassen wohl auch bald Platten pressen und ich hatte schon das Glück hineinzuhören. Das ist sowas von sehr gut!

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