Lest die Gemischte Tuete mit PABST bei krachfink.de

Gemischte Tüte mit Pabst – Interview

Was trinkt ihr auf der Bühne?

Tore: Wasser (lacht).

Erik: Wasser ohne Kohlensäure und manchmal auch ein Bier oder was Geileres, wobei Flaschen eh immer besser sind, weil Gläser umfallen können.

Lest den Konzertbericht von den PABST in Karlsruhe bei krachfink.de

Du hast gesagt, ohne Kohlesäure. Warum, damit man nichts ins Mikro rülpst aus Versehen?

Erik: Ja, das ist schon krass, wenn man da aufstoßen muss.

Wie ist das mit auf’s Klo müssen, während des Auftritts?

Tore: Kommt schon mal vor (lacht).

Was macht man da, habt ihr einen Code?

Tore: Ich hatte das schon öfter.

Erik: Ja, vor allem, wenn man krank ist, aber wir schaffen das eigentlich meistens noch kurz vorher. Aber wegen aufstoßen, ich musste mich mal übergeben, während des Auftrittes und seitdem esse ich nicht mehr so kurz vor dem Auftritt.

Oh je, so richtig?

Nein, nicht so richtig, aber beim Singen kam mir alles wieder hoch, weil ich echt kurz davor gegessen haben. Darauf achten wir jetzt und vermeiden das.

Livealben, findet ihr die gut oder schlecht?

Tore: Kann schon gut sein, aber es ist nicht so oft, dass mich Livealben so kriegen, da bin ich dann lieber selbst beim Konzert dabei.

Erik: Ich hatte früher zwei DVDs, eine von SOULFLY (lacht) und eine von QUEENS OF THE STONE AGE, da lag eine CD dabei und die habe ich mir über ein Jahr lang fast täglich angehört. Vor Kurzem habe ich mal bei einem Streaminganbieter nach Zeug von NIRVANA gesucht und dann gesehen, dass die gefühlt zwanzig Livealben haben, die habe ich mir dann alle angehört und da sind einige davon echt gut. Es gibt aber viele Bands, die man gerne auf Platte hört und die aber live einfach nicht gut klingen. Das Livealbum von THE WHITES STRIPES fand ich super und da hatte ich das Gefühl, dass es schon einen Mehrwert gegenüber der Aufnahmen hatte, da es sich irgendwie besonders angefühlt hat.

Schlechtestes Catering auf Tour?

Tore: Ich erinnere mich an zwei Packungen Butter, drei Packungen Milch und eine riesige Tüte Chips.

Erik: Ja, das war geil (lacht). Das war in England und ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass das ernst gemeintes Catering für uns war. Das waren so richtige Butterblöcke (lacht), so richtig haben wir das nicht verstanden. Und in der Chipspackung waren ganz viel kleine Chipspackungen drin. Und am Abend davor haben wir einfach ein Kilo Tee als Catering bekommen (lacht), aber da war zumindest ein Wasserkocher und bei der Butter gab es einfach gar nichts dazu. Wir wussten nicht, was zur Hölle wir damit anfangen sollten.

Ihr habt auch nicht gefragt?

Erik: Ne, nicht wirklich, aber die haben uns später dann noch Bier und Wodka dazugegeben.

Ja gut, dann geht’s ja wieder. Was macht ihr gegen das emotionale Tief nach einer Tour?

Erik: Ich habe ja keinen Job, für den ich irgendwo hinfahren muss und wenn ich mich dann nicht so gut fühle, dann mache ich einfach einen ruhigen Tag.

Tore: Ich treffe mich dann viel mit Freuden, quatsche mit denen, erzähle wie es war und gehe früh ins Bett, entspannen.

Erik: Ja, einfach mal so gut gehen lassen, was man ja auf Tour einfach nicht so kann. Bist du dann nicht auch mal gerne alleine; Tore? Ich bin dann lieber alleine.

Tore: Doch schon. Ich bin ja auch während der Tour mal gerne alleine (lacht) und sorge dafür, dass ich dann so meine Auszeiten habe. So richtig viel kann man da wohl nicht dagegen machen, denn so Konzerte spiele und Leute sehen, die das feiern, das macht schon was mit einem. Darüber reden hilft mir dann, weil es dem so das Surreale entzieht und man dann wieder in die Normalität kommt.

Wie ist denn eure Wahrnehmung auf der Bühne, kriegt ihr alles mit oder ist es eher ein Film?

Tore: Das hängt echt auch vom Licht ab, wenn die Scheinwerfer auch mich scheinen, dann kriege ich weniger mit. Wir haben jetzt angefangen mit in-ear zu spielen, da kriege ich wiederum etwas weniger mit.

Aber es interessiert dich?

Tore: Ja, auf jeden Fall.

Erik: Klingt doof, aber hängt es wirklich vom Licht ab. Es ist krass, wenn man merkt, dass die Leute desinteressiert reagieren, das geht mir richtig nahe. Aber eben genauso, wenn jemand grinst und tanzt, dann ist das übergeil. Also ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich komplett den Vibe aller Leute aufnehme, aber wenn man so vereinzelt Reaktionen sieht, dann ist das richtig krass beeinflussend. Wenn ich eine Person sehe, die eine Fresse zieht, dann bin ich sofort aus dem Konzept gebracht, finde es total unangenehm und denke, dass ich dem auf den Sack gehe. Aber wenn jemand abgeht, dann zieht mich das genauso total hoch. Dann spielt man auch besser (lacht).

Achtest du selbst darauf, wenn du im Publikum stehst und dir eine Band anschaust, dass du dann eine positive Ausstrahlung hast?

Erik: Wir haben auf jeden Fall gemerkt, dass wir ganz andere Konzertgänger sind, als diejenigen, die zu uns kommen. Mit denen muss man viel mehr interagieren. Wenn ich auf einem Konzert von meiner Lieblingsband bin und die dann anfangen mit klatschen und hinsetzen, dann fände ich das gelinde ausgedrückt nicht so doll (lacht). Aber bei PABST, auch wenn manche im Publikum das vielleicht unangenehm finden, steigert das schon die Stimmung. Aber eigentlich sind wir selbst gar nicht so Mitmach-Konzertgänger. Die wenigsten Leute bei unseren Konzerten übernehmen die Initiative für einen Moshpit und gerade in unserem Stadium, muss man das noch selbst anleiern. Die Leute sind teilweise noch relativ jung und waren vielleicht auch noch gar nicht auf so vielen Konzerten.

Tore: Und man darf ja auch nicht vergessen, dass da viele Leute stehen, die unsere Songs noch nie gehört haben. Das ist ja etwas ganz anderes, ob man monatelang auf seine Lieblingsband gewartet hat, bei der man jeden Song auswendig kann und selbst wenn man dann bei der Vorband Bock hat, dann traut man sich vielleicht auch einfach gar nicht.

Erik: Man muss das mit den Ansagen auch erst kultivieren als Band, es gibt ja auch viele Bands, die machen gar keine Ansagen und das Publikum macht so sein eigenes Ding. Wenn ich eine Band anschaue und die wollen, dass man da mitklatscht, dann zögere ich auch meistens erst. Aber manchmal passt es einfach auch, da braucht man eben Fingerspitzengefühl. Wir können jetzt beim Support der BEATSTEAKS nicht davon ausgehen, dass die Leute uns kennen und deshalb müssen wir uns da überwinden und die Leute ein bisschen animieren.

Kevin Kuhn von DIE NERVEN durchbricht bei den Konzerten oft die vierte Wand und nimmt direkt Blickkontakt mit den Fans auf, sowas muss man sich auch erstmal trauen oder Leute direkt aufzufordern, nach vorne zu kommen.

Erik: Wir sind ja auch auf Twitter aktiv und da gab es vor Kurzem die Diskussion, ob man überhaupt Bandansagen machen soll.

Genau das wäre die nächste Frage gewesen, Liveansagen peinlich oder cool?

Erik: Ach, echt (lacht)? Julian Knoth von DIE NERVEN meinte nämlich bei dieser Diskussion so sinngemäß, dass er super findet, wenn eine Band gar keine Ansagen macht und ihn stattdessen mit der Musik komplett flasht. Da habe ich mal Aufnahmen von SHELLAC in Berlin gesehen und keine Ahnung, ob die das super finden, wenn alle nur so dastehen und schauen. Starr, wie so ein Gemälde. Für mich wäre das nichts. Aber wenn alle sich so vergessen, das wäre dann wiederum für mich perfekt. Wenn es nicht angeleiert werden muss, aber eben einfach mal alles egal ist. Dann ist mal eben nichts mit cool gucken, cool eine Kippe rauchen oder cool nicht mitklatschen, sondern alle scheißen auf alles, lassen komplett los und niemandem ist irgendwas peinlich.

Und die anderen Konzert sind dann so welche, bei denen man gar nicht mehr weiß, ob man das selbst live oder im TV gesehen hat.

Erik: Ja, das hat dann auch nichts mehr mit der Musik zu tun. Bei DIE!DIE!DIE! hat der Gitarrist einfach Teile auf Loop abgespielt und sich stattdessen unters Publikum gemischt, das fand ich so genial.

Ja, ich finde auch gar nicht schlimm, wenn sich jemand verspielt und finde, dass es echt sein muss. Was ist für euch das wichtigste Utensil auf Tour?

Erik: Kopfhörer sind schon geil, in allen Situationen (lacht). Es gibt eigentlich sehr viele Sachen, die man auf Tour braucht.

Tore: Bücher.

Was liest du gerade?

Tore: Die Tagebücher von Tarkowskij.

Ganz was Leichtes.

Tore: Ja, das ist tatsächlich was Leichtes (lacht).

Wer von euch kann am besten den Bus einräumen?

Erik: Tille, der hat das so zu seinem Steckenpferd gemacht und weiß genau, was wo hingehört.

Jetzt habt ihr ein Problem, weil er nicht dabei ist?

Erik: Na ja, wir kriegen das irgendwie hin (lacht), aber man merkt es schon, dass er nicht dabei ist.

Was steht denn auf eurem Rider?

Erik: So Standardsachen und auch die Bitte, dass da nicht so viel Junkfood kommt. Man soll ja immer so eine Verschrobenheitsklausel einbauen, damit man weiß, ob die das wirklich lesen. Wir haben das nicht so wirklich, aber eine zeitlang haben wir mal ein Bier mit Reis draufgeschrieben und immer wenn das Kühlschrank steht, dann wusste man, dass die den Rider (Anm. d. Verf.: Ein Technical Rider oder Stage Rider ist ein Dokument, über das die Band den Veranstaltern vorab mitteilt, welche Voraussetzungen an Ton, Licht, Technik und Catering bestehen). Wir haben aber bis jetzt noch nichts Außergewöhnliches auf dem Rider.

Noch nicht, wir sprechen uns in 10 Jahren nochmals.

PABST live, Whenever, Wherever Tour 2022

  • 02.08.2022 D, Essen, Zeche Carl
  • 31.08.2022 D, Münster, Sputnikcafé
  • 01.09.2022 D, Köln, Bumann & Sohn
  • 02.09.2022 D, Hannover, Lux
  • 04.09.2022 D, Berlin, Lido
  • 08.09.2022 D, Flensburg, Volksbad
  • 09.09.2022 D, Hamburg, Molotow Club
  • 11.09.2022 D, Leipzig, Naumanns
  • 13.09.2022 D, Dresden, Ostpol
  • 14.09.2022 D, Jena, Kassablanca
  • 15.09.2022 D, Trier, Luckys Luke
  • 16.09.2022 D, Koblenz, Circus Maximus
  • 20.09.2022 D, Regensburg, Alte Mälzerei
  • 21.09.2022 D, Nürnberg, Club Stereo
  • 22.09.2022 D, München, Milla
  • 23.09.2022 D, Freiburg, Räng Teng Teng
  • 24.09.2022 D, Karlsruhe, KoHi
  • 25.09.2022 D, Augsburg, SoHo Stage
  • 27.09.2022 CZ, Prag, Rock Café
  • 28.09.2022 AT, Wien, Rhiz
  • 29.09.2022 PL, Krakau, Klub RE
  • 30.09.2022 PL, Warschau, Chmury
  • 06.10.2022 CH, Basel, Hirscheneck
  • 07.10.2022 CH, Winterthur, Gaswerk

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VIOLENT SOHO – Everything Is A-Ok
NERVUS – Tough Crowd
BSÍ – Sometimes Depressed… But Always Antifacist
13 CROWES – Solway Star
BRIAN FALLON – Local Honey
ORCHARDS – Lovecore
LINGUA NADA – Djinn
BLACKUP – Club Dorothee
WOLF MOUNTAINS – Urban Dangerous
MOURN – Sopresa Familia
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PABST – Deuce Ex Machina
ENTROPY – Liminal
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